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19/07: Deutschland, Deine Duschgels

Heute morgen wachte euer Vogel nach einer Nacht voller wirrer Träume und Zahnschmerzen verschwitzt und flügellahm auf. Ich fühlte mich wie ausgequetscht und in der Bettdecke verteilt, wogegen nur eins half: Instant-Duschen. Als ich mein giftig-blaues, nach Kaugummi riechendes Drogerie-Billigduschgel "fresh" mit dem Sparschwamm auf dem müden Körper verteilte, dachte ich seufzend an meine vergangenen Reisen durch die Republik zurück, die mich jedesmal zu schönen Erlebnissen mit lieben Freunden führten - dazu bald mehr. Nicht nur, dass ich dabei jederorts portemonnaieschonend und herzlich aufgenommen wurde, nein, es gab immer wieder Neues in den Badezimmern der Lieben zu entdecken - dazu heute mehr.
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19/09: Es war einmal
Für alle, die sie verpasst haben, sie nochmal lesen oder tausend Freunden weiterempfehlen möchten, hat der Stolpervogel in seinem Archiv gekramt und so ein paar alte Kolumnen über seine ehemalige Interimsheimatstadt wieder hervorgeholt. Ihr findet sie ab sofort unter der Rubrik "Davongeflogen" und in den Archiven von Januar bis Juli.Vielleicht erkennt sich ja der eine oder die andere wieder, schmunzelt mit mir über den teilweise herrlich nervigen Laberton dieser grünschnabeligen Autorin oder freut sich mit mir auf ein Wiedersehen mit den TOP5, den Primeljungs und vielen lieben KollegInnen des dortigen Stadt(t)-Theaters.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
der Stolpervogel
07/07: Geh doch nach Berlin!
Liebe Freunde, liebe Verwandte,hier stehe ich vor der großen Herausforderung, euch die zurückliegenden Wochen und Monate des Grübelns, Hin- und Herüberlegens, schließlichen Entscheidens und Verarbeitens der Entscheidung nachvollziehbar zu beschreiben. Und da ich in nächster Zeit genug neue Herausforderungen zu bewältigen haben werde, lasse ich das rückschauende Resümieren einfach bleiben und schaue mit euch nach vorn.
Seit vergangenem Mittwoch ist es offiziell: Ich werde diese Stadt und somit auch meine Stelle als Theaterpädagogin des hiesigen Stadttheaters verlassen, nach Berlin gehen und versuchen, dort in der freien Theaterszene als Schauspielerin unterzukommen. Und das nicht erst - wie zwischenzeitlich angedacht - ab Mitte Oktober, sondern früher. Spätestens ab September bin ich in Berlin, erst mal irgendwo oder mal hier, mal dort, bevor ich dann im November mit Karen eine Schwestern-WG gründen werde. Soweit der Plan...
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09/04: Es schlägt zwölf
Liebe Freunde, liebe Familie,
mit etwas Verspätung kommt hier der obligatorische Wochenüberblick – ich weiß, ihr konntet es kaum erwarten! Die erste Arbeitswoche mit konkretem Alternativplan im Hinterkopf ist schon wieder rum - ich glaube, ich brauche gar nicht mehr erwähnen, wie schnell es ging, oder? Hier die verflogenen Tage im Überblick:
Montag: Nothing special
Dienstag: Sitzungen, Sitzungen, Sitzungen...
Mittwoch: Beginn des Tanzfestivals bei uns im Theater, Workshop mitgemacht
Donnerstag: Warteschleifen-Tag, Arbeit als ehrenamtliche Work-Life-Balance-Beauftragte aufgenommen, Abends Tanz geguckt, Irritation Nr. 1
Freitag: Warteschleifen-Tag Nr. 2, Lehrernewsletter rausgeschickt, Abends mit Kollegin Tanz geguckt, Irritation Nr. 2
Samstag: Haare gefärbt, erfolglos nach Musikanlagen gestöbert, Abends Tanz geguckt, später Schnack mit den Primeljungs, noch später Rollercoaster-Party im KTB
Sonntag: Sumpftag, Telefoniert, Abends Tanz geguckt, sehr amüsiert...
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31/03: Schnapszahl
Liebe Freunde, liebe Familie,
kaum war ich einmal kurz in der Heimat, kommt es mir schon ein Bisschen komisch vor, wieder hier zu sein. Es war sehr schön, ein paar Nasen von euch mal wieder live zu sehen und sogar die Uni sprühte vor Charme - aber der Reihe nach.
Die Woche im Überblick:
Montag: Festgottesdienst mit Messe in der Heilig-Geist-Kirche, anschließend auf den Kirchturm. Nachmittags gegammelt und gelesen, Abends Marathon-Magisterarbeits-Ausdrucken mit den Primeljungs
Dienstag: Scheteress-Stimmung im Büro, Intendanzsitzung und Konzeptionsprobe für "Ein Teil der Gans"
Mittwoch: Arbeit zum Binden gebracht, Generalprobe "Idomeneo"
Donnerstag: Arbeit abgeholt (jippieh!), danach kurzer Arbeitstag, nach Bielefeld, "Asyl" bei Annukka
Freitag: 9:00 Termin im Prüfungsamt, ARBEIT ABGEGEBEN! Danach in der Uni rumgehangen, Essen mit Alex, Annux und Svenni, Leute getoffen, Abends nach Oeyni, Mitternachtssauna in der Bali-Therme, Stimme schon leicht angeschlagen
Samstag: Stimme ganz weg, daher nur wenig mit den Eltern gequatscht. Mit Kater Carlos zum Tierarzt, Sachen gepackt, gegammelt.
Sonntag: Früh wieder zum Bahnhof, lange Zugfahrt quer durchs sonnige Deutschland. Am Nachmittag Generationstheaterstück geguckt, danach Eis auf der Ollen Brücke und Schnack mit den Primeljungs
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23/03: Zweistellig
Liebe Freunde, liebe Familie,
erst einmal wünsche ich euch frohe Ostern! Ich hoffe, ihr genießt die freie Zeit und macht euch ein paar schöne Tage.
Ja, es ist so weit: Meine Wochenberichte bekommen die erste Null. Zehn Wochen bin ich nun schon in diesem Städtchen, das mir immer mehr ans Herz wächst. Zehn turbulente Wochen, von denen die letzte hier zusammengefasst wird:
Montag: Treffen mit lustigem Typen vom Jugendamt, Abends Theater in MA ("Fundus")
Dienstag: Ich als Delegation des Theaters bei der Verabschiedung des Schulamtspräsidenten (gähn), später technische Probe für "Terra Orlando", bei dem ich am Abend den Beamer bediente. Toller, schlichter Theaterabend.
Mittwoch: Kurzer Arbeitstag, Abends genehmigte Dienstreise nach Stuttgart zum "Fliegenden Holländer"
Donnerstag: Nothing special, alle Welt fuhr zur Familie oder bekam dieselbe zu Besuch (schnüff)
Freitag: An der Magisterarbeit gefeilt, gegammelt, Abends Shisha-Bar und Karaoke mit den Primeljungs
Samstag: In der übervollen Stadt Dinge besorgt, Essen mit Fatos, Bücherregal gebastelt, Abends DSDS und Magisterarbeit
Sonntag: Lange telefoniert, gegammelt, später Premiere von 'Rotkäppchen' im KJT
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16/03: Alle neune
Liebe Freunde, liebe Familie,
und wieder ist eine Woche fast um, in der wieder einmal viel passiert ist – sowohl im Kopf als auch im Leben. Mittlerweile arbeite ich schon ganze zwei Monate (ich glaub es kaum), trotzdem steht zB die Einweihungsparty in meiner Wohnung noch aus – so richtig angekommen bin ich also scheinbar immer noch nicht. Aber zunächst, wie gehabt die Woche im Überblick:
Sonntag (Abend): Kino mit Fatos (Primeljunge Nr. 1), danach Bier mit ihm und Malerkumpel Chris
Montag: Nothing special, Abends „Tatort“, danach Bier mit Kollegen
Dienstag: Theaterpädagogik-Kollegin „Händchen gehalten“ bei ihrer Bühnenführung, danach mein erstes „Einspiel“ in einer Schule, Abends „Die Liebe in Zeiten des Käsefondues“ mit Kollegen
Mittwoch: Zwei höchst unterschiedliche Sitzungen, Abends Konzert, danach Bier mit Kollege, Schreibtischfund und nette Begegnung
Donnerstag: Nothing special, Abends telefoniert
Freitag: „Äußerst bewegende“ Ausstellungseröffnung des Architekturwettbewerbs zur Theatersanierung, wenig ertragreiche Arbeit, Abends Premiere im Haus der Jugend („Antigone“), danach Networking, später Bier mit den Primeljungs und Schauspieler V.
Samstag: Fahrt nach Frankfurt zu Carina, Essen, Flohmarkt, Eis und 1-Euro-Shops, Abends „sterbenslangweiliges“ Theater im Mousonturm, danach Äppelwoi und gestohlenes Essen in der „Schönen Müllerin“
Sonntag: lange gepennt, lange gefrühstückt, draußen grau… was tun?
So, das wars für heute. Neinnein, keine Sorge: Ein Bisschen ins Detail geht’s schon noch:
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09/03: 8tung, baby
Liebe Freunde, liebe Familie,
nicht ganz pünktlich zum Tatort kommt hier meine neue "Wochen-Kolumne" - von einigen von euch so bezeichnet, und ich finds auch ganz passend. Zunächst die Woche im Überblick (blätter, blätter):
Montag: Beschrieb ich letzte Woche schon, siehe dort
Dienstag: Wieder Zweifel-Anfälle angesichts unseres marketing- und zahlenversessenen Intendanten, Abends Kino
Mittwoch: Hauptprobe "Endspiel" (Beckett), miese Dramaturgen-Stimmung
Donnerstag: Premiere "Endspiel", viele negative Schwingungen, trotzdem tolle Zeit
Freitag: Zweifel-Anfälle reloaded, spontan Führung übernommen (die dann doch ausfiel), später ersten Workshop gegeben, noch später mit Bauchschmerzen ins Bett
Samstag: Plötzlicher akuter Geldschwund (zumindest so empfunden), Dinge gekauft, Wohnung bewerkelt, später DSDS geglotzt, noch später "Rollercoaster-Party" im KTB (super Musik! tolle Stimmung!)
Sonntag: begann spät, Haushaltskram, später Internetcafé (noch später Kino mit einem der Primeljungs - dazu dann nächste Woche der Bericht)
So, jetzt ans Eingemachte:
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03/03: Die verflixte siebte Woche
Liebe Freunde und Verwandte,
ist es wiklich erst sieben Wochen her, dass ich in dieses schnuckelige Städtchen zog? Es wird wohl so sein, auch wenn es mir schon viel länger vorkommt - ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Wie auch immer, damit meine mail nicht wieder länger wird als es mein Kleingeld erlaubt (schreibe diese wieder direkt im Internetcafé, weil es letztes Mal mit meinem schön in OpenOffice vorgetippten Text nicht wirklich funktioniert hat), fange ich gleich an:
Die Woche im Überblick:
Montag: Theaterführung mit unserem Technischen Direktor - wieder was gelernt; später Abenddienst bei "Die fetten Jahre sind vorbei"
Dienstag: Keine besonderen Vorkommnisse
Mittwoch: Großer Zweifler-Tag, NV-Bühne-Kommentar zum Kündigungsparagrafen kopiert
Donnerstag: Probe des Dylan-Stücks zur Hälfte geguckt (schnarch), Abends "Kitsch"-Liederabend im eigenen Haus angeschaut (schöööön!)
Freitag: Tag ging so rum, Abends Abenddienst, später Kneipentour mit Jeannette und den Primeljungs
Samstag: Begann spät, nix geschafft, später Premiere des Dylan-Stücks (es funktionierte! Es machte Spaß!), anschließend Premierenparty (Theken- und Schließdienst, jippieh!)
Sonntag: Begann spät, nix geschafft (wo hab ich das schonmal gelesen?), gegammelt, Abends fast den Freund von Tilda Swinton getroffen, aber dann doch nur zu Hause CDs sortiert
Montag (heute): Miserabel geschlafen, aber es riefen mich Leute an! Der Job machte Spaß (komisch irgendwie...)
So, reicht eigentlich schon, oder?
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24/02: The sixth sense
Liebe Freunde, liebe Familie,
heute bin ich mal schlau und tippe diese mail vor, anstatt sie erst im Internetcafé zu schreiben. Mittlerweile ist mein Zimmer nämlich schon so weit eingerichtet, dass ich einigermaßen bequem vorm Laptop sitzen kann.
Doch bevor ich beginne, muss ich doch noch mal in meinen Kalender schauen. Die Woche ist - mal wieder - so schnell vorbeigeflogen, dass ich selbst erst zurückblättern muss. Aaaah ja, kann losgehen:
Keine besonderen Vorkommnisse am Montag. Am Dienstag schaffte ich es endlich, vor der Arbeit zum Wohnamt zu gehen, um einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. Tja, hätte ich mal in Bielefeld drauf kommen sollen, denn hier sagte mir die Dame, dass ich "bei dem Gehalt" wahrscheinlich eh einen Ablehnungsbescheid bekommen würde. Hatte ich mir eigentlich auch gedacht, aber so ein unverbindlicher Rechner im Internet hatte was anderes behauptet. Was solls, nen Versuch wars wert...
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